FRÜHLINGSERWACHEN
Die Sonne streckt ihre Strahlen nach mir aus.
Gleich mit zarten Händen streichelt sie meine Wangen, erwärmt sie, bringt sie schließlich fast zum Glühen.
Sanft schmiegt sie sich an die Haut meiner Arme,
meiner Schultern.
Eine leichte Brise kühlen Windes umspült meinen Körper, bringt Unruhe in mein Haar, aber nicht mehr als ein kaum sichtbares Beben.
Ein Schauer jagt den nächsten, verursacht durch die wechselnden Berührungen von Sonne und Wind.
Zart, ganz zart geben sie eine Kostprobe ihrer Intensität;
lassen erahnen, welche Kraft sie bis zum Sommer erreicht haben werden.
Sonne und Wind, welch herrlich Gespann, einander ergänzend, einander bedingend.
Noch sind sie nicht soweit, ihre ganze Stärke einzusetzen,
noch steckt alles quasi in den Kinderschuhen,
und ebenso wie Kinder es tun, scheinen sie zeigen zu wollen, wie stark sie doch schon sind.
Sie umschmeicheln mich mit einer bezaubernden Sanftheit, die sie mich Tag für Tag mehr herbeisehnen lassen.
Solche Frühlingstage, die Sonne und Wind als Spielwiese dienen, wecken in mir wahrlich die Lebensgeister.
“Wach auf! Wach auf!“
Ich kann es richtig hören, ich kann rundherum sehen, wie die Welt dem Ruf folgt, sich dem Winterschlaf entzieht und sich auf neues Leben vorbereitet.
Ich schließe die Augen, lasse die Sonne darin fortfahren meine Haut zu liebkosen, und genieße den Augenblick, ja ich genieße es mit all meinen Sinnen.
lenz1212
