Montag, 17. August 2009

EDOARDO - gedankenwelt

EDOARDO
Bilder haben Augen, Bilder haben Ohren und Bilder haben Stimmen, die uns erzählen können, was sie sehen und hören.
Ein Bild in der Entstehung sieht und hört zuallererst den Menschen, der vor einem leeren Blatt steht, und nimmt die Stimmung des Malers auf.
Der Maler, wir nennen ihn der Einfachheit halber Edoardo, beginnt zu malen, und das entstehende Bild sieht und hört zu.
Edoardo denkt vielleicht, er könne bestimmen, in welche Richtung sich das Bild entwickelt, aber das Bild lässt es immer nur soweit zu, wie es Edoardo hören, sehen und vor allem spüren kann.
Nicht Edoardo malt ein Bild, sondern das Bild malt Edoardo.
Es zeichnet seine Stimmung, seine Gedanken, sein Innerstes, und je besser das Bild gelungen ist, desto besser hat das Bild zugehört, hingesehen und sich hineingefühlt, und desto besser hat sich Edoardo hingegeben.
Es ist wiederum an uns beim Betrachten eines Bildes die Stimme hören zu wollen, denn eines ist gewiss:
Bilder erzählen uns Geschichten; Geschichten, die uns Edoardo nie erzählen würde.
lenz1212